Guter Sportunterricht

Peter Hargasser hat in einer Peer-Research-Studie ermittelt, wie sich Kinder und Jugendliche guten Sportunterricht vorstellen. Er hat gefunden, dass aus der Schüler:innenperspektive der Sozialkompetenz der Sportlehrperson die alles überragende Bedeutung für die Qualität des Sportunterrichts zukommt. Sie muss gewährleisten, dass niemand bloßgestellt wird, dass man in einer angstfreien Atmosphäre Zeit zum Lernen und Üben hat, dass in einem gelingenden Miteinander alle gefördert werden und dass es dabei fair und gerecht zugeht. Auf dieser Basis stehen dann inhaltliche und organisatorische Aspekte, aus denen individuelle Leistungsentwicklung, Mitbestimmung und Sicherheit hervortreten. All dies kommt uns bekannt vor und ist dennoch in dieser Struktur und Fokussierung nicht trivial. Es fordert uns heraus, den Anspruch an uns selbst als gute Sportlehrperson wieder zu überdenken.

Die Befunde im Detail:

Themen, Kategorien und Ankerbeispiele der qualitativen Inhaltsanalyse

Themen

Sportlehrperson

Kategorien

Autoritätsperson

Ankerbeispiele

„Ich find das auch gut, wenn ein Sportlehrer einerseits streng ist, indem er halt seine ganzen Übungen und Sportstunden halt wirklich durchzieht“ (Junge, 12. Klasse)


Unterstützer

„Dass jeden unterstützt.“ (Junge, 7. Klasse)


Vorbild

„Der macht das auch immer alles vor.“ (Junge, 7. Klasse)


Fachkompetenz

„Sollte im Idealfall auch eine Ahnung davon haben wovon er spricht.“ (Junge, 9. Klasse)


Hilfsbereitschaft

„Also hilfsbereit.“ (Mädchen, 5. Klasse)


Freundlichkeit

„Er sollte auch ziemlich nett sein.“ (Junge, 7. Klasse)


Gerechtigkeit

„Er sollte halt gerecht sein.“ (Mädchen, 5. Klasse)


Fairness

„Lehrer müssen auf jeden Fall fair sein.“ (Junge, 8. Klasse)


Respekt

„Umgang sollte respektvoll sein.“ (Junge, 9. Klasse)


Verständnis

„Ein guter Sportlehrer ist verständnisvoll.“ (Junge, 11. Klasse)


Individuell fördern

„Dass sie mehr auf die Schüler eingehen, auch auf einzelne Probleme und dann jedem spezifische Tipps geben, wie man sich persönlich verbessern kann.“ (Mädchen, 12. Klasse)


Rückmeldungen verständlich, individuell und regelmäßig

„Dann spezielle Tipps geben, die auf die Schüler auch zutreffen und nicht nur so Standardsachen, die immer alle Schüler falsch machen, sondern, dass man auch speziell auf einzelne Schüler eingehen kann.“ (Mädchen, 12. Klasse)


Sportlichkeit

„... und sportlich.“ (Mädchen, 5. Klasse)


Atmosphäre

Wohlbefinden

„Also man soll sich schon wohlfühlen im Sportunterricht, vor allem.“ (Mädchen, 8. Klasse)


Angstfreiheit

„Also vor den Lehrern soll man sich eigentlich nicht fürchten.“ (Mädchen, 8. Klasse)


Mit- und Selbstbestimmung

„Mir ist es halt wichtig, (...) dass ich da auch aussuchen kann was ich mache und nicht irgendwie gezwungen werde irgendwas zu machen.“ ( Mädchen, 5. Klasse)


Organisation

Effektive Zeitnutzung

„Ich würde jetzt nicht so gern wollen, dass der Lehrer jetzt zehn Minuten erklärt.“ (Mädchen, 5. Klasse)


Erhöhung der Sportstundenzahl

„Also ich denke, man sollte in erster Linie mehr Sportstunden machen.“ (Mädchen, 8. Klasse)


Sicherheit und Verletzungsprophylaxe

„Unterricht muss auch sicher sein, also, da muss der Lehrer auch aufpassen, dass der Schüler sich jetzt nicht verletzt, (…) das ist sehr wichtig.“ (7. Klasse weiblich)


Stundenstruktur und -aufbau

„... einen Unterricht einfach wirklich sinnvoll gestaltet, eben den einfach sinnvoll aufbaut.“ (Junge, 12. Klasse)


Inhalt

Vielfalt

„Dass der Lehrer auch Abwechslung mit hineinbringt, das ist sehr wichtig.“ (Mädchen, 10. Klasse)


Inhalte ansprechend und interessant

„Weil wir oft nicht so interessante Sachen machen.“ (Junge, 9. Klasse)


Inhalte fordernd und fördernd

„Dass er eigentlich auch unsere Probleme und auch eigentlich unsere Sachen, die wir vielleicht verbessern können, eingeht und er uns eigentlich immer fordert und fördert. Er gibt uns lösbare Aufgaben, die zwar relativ schwer lösbar sind aber die man noch schaffen kann und des fordert natürlich einen im Sportunterricht (Junge, 10. Klasse)


Spiel

„Dass man halt viel spielt.“ (Junge, 9. Klasse)


Gemeinschaft

Chancengleichheit

„Also, wenn der Lehrer bemerkt, dass die eine Mannschaft besser ist und bei der anderen Mannschaft mitspielt, um wieder eine Chancengleichheit herzustellen, ist das gut.“ (10. Junge, Klasse)


Miteinander

„Da kann man sich auch gegenseitig helfen.“ (Junge, 8. Klasse)


sich auch vergleichen

„Es ist wichtig, dass man zusammen im Team was spielt damit auch die Klassengemeinschaft sich verstärkt und dass man gegeneinander spielt, aber es muss jetzt nicht unbedingt sein, dass man nur Wettkämpfe spielt damit man sich messen kann.“ (Junge, 9. Klasse)


Gemeinschaftsgefühl

„Ich finde es einfach viel besser in einer Gruppe Sport zu machen, weil man eben diese Gemeinschaft spürt.“ (Mädchen, 10. Klasse)


Förderung der Klassengemeinschaft

„Ich finde es einfach viel besser in einer Gruppe Sport zu machen, weil man eben diese Gemeinschaft spürt.“ (Mädchen, 10. Klasse)


Gewinnen und Verlieren

„Mir persönlich ist es überhaupt nicht wichtig, ich finde das Spiel soll Spaß machen und da ist es mir eigentlich auch relativ egal, ob ich jetzt gewinne, oder nicht und wenn man einmal nicht gewinnt dann gewinnt man vielleicht das nächste Mal.“ (Junge, 8. Klasse)


Leistung

Anspruch

„Ja ich hätte den Sportunterricht gern anspruchsvoller.“ (Mädchen, 9. Klasse)


Erfolg

„(...) aber trotzdem merkt, dass man seine Leistung steigert, dann hat es trotzdem einen Erfolg für sich selber, finde ich.“  (Mädchen, 8. Klasse) 


Bestätigung

„Wenn man zum Beispiel wirklich was geleistet hat im Sportunterricht und es irgendwann die Noten darauf gibt und man dann die Bestätigung dafür bekommt (...) und das ist dann eben ganz schön, weil man sieht, was man geleistet hat.“ (Junge, 10. Klasse)


Weitere Perspektiven

Gesundheit und Fitness

„..., sondern nebenbei immer mal ein paar Fitnessübungen macht und da einfach paar Sachen gezeigt bekommt, was man vielleicht auch zuhause für sich selber machen könnte, damit man fit bleibt.“ (Mädchen, 12. Klasse)


Wagnis

„Dass man die Chance hat, sich etwas zu trauen.“ (Mädchen, 10. Klasse)


Spaß

„Einfach Spaß haben. Das ist eigentlich das Wichtigste.“ (Junge, 10. Klasse)


Notengebung

Gerechtigkeit

„Solange sie gerecht sind und solange es die Schüler einigermaßen nachvollziehen können.“ (Junge, 12. Klasse)


Transparenz

„‚Also das ist jetzt eine Eins‘ z.B., wenn man halt beim Klettern irgendwo ganz hochkommt.“ (Junge, 9. Klasse)


Übungszeit

„Wir haben eigentlich alles mehr oder weniger genügend geübt, (...)“ (Junge, 12. Klasse)


Rückmeldungsfunktion

„Ich finde es auch gut, dass man mal benotet wird, dann sieht man auch selber mal wie gut man ungefähr ist und dann kann man sich auch einschätzen und kann auch sehen „Oh, da muss ich jetzt vielleicht einmal ein bisschen mehr trainieren“. (Mädchen, 7. Klasse)


Abhängigkeit vom eigenen Engagement

„Ich finde es auch gut, dass man mal benotet wird, dann sieht man auch selber mal wie gut man ungefähr ist und dann kann man sich auch einschätzen und kann auch sehen „Oh, da muss ich jetzt vielleicht einmal ein bisschen mehr trainieren“. (Mädchen, 7. Klasse)


Rangfolge der am höchsten bewerteten Items

(Antwortmöglichkeiten von 0 – 10); (x̅ = Mittelwert; N = Anzahl der Schüler:innen, die diese Antwort gewählt haben)

Sortierung nach Mittelwert

Gut ist der Sportunterricht für mich, wenn...

N



... niemand bloßgestellt wird

... der Lehrer fair ist

... der Unterricht Spaß macht

... der Unterricht sicher ist, also wenn der Lehrer aufpasst, dass nichts passiert

... der Lehrer den Schülern sagt, was sie falsch machen

... man keine Angst haben muss

... der Lehrer auf die Schüler eingeht

... der Lehrer etwas genau erklären kann

... gute Stimmung im Unterricht ist

... der Unterricht abwechslungsreich ist

... der Lehrer Verständnis für die Schüler hat

... man Zeit zum Üben hat

... man als Schüler auch mal Vorschläge für den Unterricht machen kann

... der Lehrer durchgreifen kann

... der Lehrer einen unterstützt und ermutigt, wenn einem etwas schwer fällt

... der Lehrer den Schülern regelmäßig Rückmeldung gibt

... man Zeit hat, etwas auszuprobieren

... wir auch mal raus auf den Sportplatz oder in die Natur gehen

... man sich wohl fühlt

... der Lehrer die Schüler motiviert

... ich zusammen mit meinen Mitschülern in der Gruppe Sport treiben kann

... man sich möglichst viel bewegt

... der Lehrer gut drauf ist

... ich Neues ausprobieren kann

... der Lehrer Sachen vormachen kann

9,56

9,46

9,44

9,25

9,20

9,05

8,96

8,94

8,78

8,75

8,75

8,65

8,63

8,60

8,55

8,53

8,48

8,45

8,40

8,37

8,30

8,26

8,26

8,23

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Sortierung nach Anzahl der Schüler:innen, die diese Antwort gewählt haben

Gut ist der Sportunterricht für mich, wenn...

N


... man als Schüler auch mal Vorschläge für den Unterricht machen kann

... der Unterricht abwechslungsreich ist

... der Lehrer Verständnis für die Schüler hat

... der Lehrer den Schülern regelmäßig Rückmeldung gibt

... der Lehrer einen unterstützt und ermutigt, wenn einem etwas schwer fällt

... der Unterricht sicher ist, also wenn der Lehrer aufpasst, dass nichts passiert

... der Unterricht Spaß macht

... ich Neues ausprobieren kann

... der Lehrer auf die Schüler eingeht

... man Zeit zum Üben hat

... der Lehrer Sachen vormachen kann

... wir auch mal raus auf den Sportplatz oder in die Natur gehen

... man sich wohl fühlt

... der Lehrer die Schüler motiviert

... der Lehrer gut drauf ist

... man Zeit hat, etwas auszuprobieren

... ich zusammen mit meinen Mitschülern in der Gruppe Sport treiben kann

... der Lehrer durchgreifen kann

... man sich möglichst viel bewegt

... niemand bloßgestellt wird

... gute Stimmung im Unterricht ist

... der Lehrer etwas genau erklären kann

... man keine Angst haben muss

... der Lehrer den Schülern sagt, was sie falsch machen

... der Lehrer fair ist

8,63

8,75

8,75

8,53

8,55

9,25

9,44

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8,65

8,18

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8,40

8,37

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8,26

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55

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44

44

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